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Corona-Update

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So beeinflusst Corona den Immobilienmarkt – ein Update unserer Einschätzung aus dem Frühjahr 2020

Vor sieben Monaten haben wir uns getraut, die Folgen der Corona-Krise auf die Immobilienmärkte einzuschätzen.

Mittlerweile ist das Wort „Corona-Pandemie“ von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2020 gekürt worden, gefolgt von Lockdown, systemrelevant und „Bleiben Sie gesund!“, die - omnipräsent in 2020 - die Plätze 2, 6 und 10 einnehmen.

Wir stellen unsere Einschätzung auf den Prüfstand:
Wir lagen mit der optimitischen Meinung zur Entwicklung der Wohnimmobilienmärkte (fast) richtig, denn die Transktionen waren nicht rückläufig, sondern bewegten sich unverändert auf sehr hohem Niveau. Inklusive studentischem Wohnen wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres europaweit 43,27 Mrd. Euro umgesetzt. Das ist ein Plus von 11% gegenüber dem Vorjahr, wie aus der europäischen Wohnmarktkarte von Catella hervorgeht. Mehr als ein Drittel des gesamten Transaktionsvolumens, nämlich 16,1 Mrd Euro wurden in Deutschland umgesetzt. Unsere eigenen Wohnentwicklungen bestätigen diese Entwicklung.

„Die Relevanz von Logistikimmobilien steigt“ war unsere Einschätzung am 30.04.2020.

Der europäische Logistikimmobilienmarkt wird aus Perspektive der Kapitalmärkte mittel- bis langfristig als Gewinner aus der Corona-Pandemie hervorgehen, titelt etwas die Immobilienzeitung im August 2020. „Die noch vorhandene Überrendite zu anderen Assetklassen und der stetige Flächenmangel treiben die Investorennachfrage weiter an", fasst Thomas Beyerle, Head of Research Catella Group, die Ergebnisse zusammen. "Diese Metamorphose, weg vom Nischensegment zu einer nachhaltigen Investmentklasse, geht fast schon exponentiell weiter.".

Ein entscheidender Grund ist das weitere Wachstum des Onlinehandels während der Krise. Wir haben in den letzten Wochen gesehen, wie wichtig es ist, mehr Sicherheitsbestände aufzubauen, um weniger krisenanfällig zu sein. Eine höhere Bestandshaltung benötigt mehr Lagerflächen. Entsprechend ist hier von einem steigenden Bedarf auszugehen.

Die Büroflächenumsätze sind in den ersten drei Quartalen signifikant gesunken. Gleichwohl herrscht insbesondere in der Assetklasse Büro viel Dynamik. Durch die fortschreitende Etablierung des Home Office als festen Bestandteil unserer Arbeitswelt auch nach Corona, beginnen Unternehmen ihren Bedarf an Büroflächen neu zu kalkulieren. Flexible Büroflächenkonzepte sind hierbei ebenso gefragt wie flexible Mietverträge mit Vereinbarungen, die den Parteien eine schnelle Reaktion auf veränderte Umstände ermöglichen. Die Forderungen nach mehr Mobilität und Flexibilität werden nicht nur auf Seiten der Arbeitnehmer, sondern auch auf Seiten der Arbeitgeber – sprich der Unternehmen – lauter. Qualität und Standort der Büroräume rücken in den Vordergrund, um Unternehmenskulturen zu porträtieren und Talente zu binden. Auf lange Sicht werden diese Auswirkungen über die Arbeitsstätten hinaus bis in die Entwicklung von Städten und Gemeinden reichen. Obwohl die Corona-Pandemie die Konjunktur ausgebremst hat, reagiert der Immobilienmarkt immer wieder mit adäquaten Konzepten und bewährt sich grundsätzlich als sicherer Hafen unserer Wirtschaft.

Weiterhin ist unsere Aussage aus dem Frühjahr gültig, „die größten Verlierer sind Hotel- und Einzelhandelsimmobilien“. Die Probleme des Einzelhandels sind nicht durch die Pandemie ausgelöst, jedoch wirkt diese wie eine Art Brandbeschleuniger.

Für den ein oder anderen Entwickler werden sich aufgrund steigender Leerstände in attraktiven Innenstädten attraktive Opportunitäten ergeben.

Die Hotelbranche dürfte nach dem November-Lockdown in Schockstarre gefallen zu sein und dort noch zu verweilen. „Die Katastrophe ist eingetreten“, sagte der Aufsichtsratschef der größten deutschen Hotelkette in Familienhand Dorint, Dirk Iserlohe, Anfang November. „Wir stehen vor einem Horrorszenario.“. Für die Überlebensfähigkeit der ein oder anderen Hotelkette wird sicher die Kreditbereitschaft der Banken in der Zeit nach dem Lockdown entscheidend sein; grundsätzlich sind die Prognosen für den deutschen Hotelmarkt für die Zeit der Post-Corona-Pandemie-Ära aus unserer Sicht nicht schlecht: denn durch die Krise haben viele gelernt, den Urlaub im eigenen Land zu schätzen. Somit erwarten wir eine differenzierte Entwicklung von reinen Business Hotels und Übernachtsangeboten mit touristischem Schwerpunkt.

Am Ende dieses Updates kommen wir zurück auf die bereits im Frühjahr gestellte Frage:

Krise oder Katastrophe?

Für den ein oder anderen der betroffenen Branchen und die Menschen in Kurzarbeit stellt die Entwicklung 2020 sicher eine Katastrophe dar, deren Auswirkungen wir erst in 2021 vollständig sehen werden. Die aktuellen Nachrichten zum Thema Impfstoffentwicklung geben allerdings Hoffnung und stimmen ein wenig optimistisch für die weitere Entwicklung.

Aus diesem Grund manifestieren wir unsere Aussage vom 30.04.2020:
Wir glauben an das Ende der Krise in 2021, verbunden mit einem einsatzfähigen Impfstoff und einer entsprechenden Erholung der deutschen Wirtschaft.

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