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Verwaist der ländliche Raum?

Verwaist der ländliche Raum?

Verwaist der ländliche Raum?

Verwaist der ländliche Raum?

Oder gibt es Möglichkeiten, die Landflucht aufzuhalten? 

Grundstücke sind der größte Preistreiber; so ist es immer wieder zu lesen. In den letzten Jahren galt das insbesondere in den Big 7 und den entsprechenden Metroplolregionen.

Schnäppchen kann man auch in sogenannten B- und C-Städten nicht erwarten. Der Preisindex für Bauland stieg von 2000 bis 2017 um nahezu 67%; hiervon waren nach einem Bericht der Schweizer Empira-Gruppe in den letzten 5 Jahren besonders die einwohnerstärksten kreisfreien Städte Deutschlands betroffen.

Viele Menschen haben jahrelang die Bürde des täglichen Pendelns auf sich genommen, weil sie im Umland noch bezahlbaren Wohnraum gefunden haben. Welche Konsequenzen hat ein starker Preisanstieg in den Randgebieten größerer Städte?

Dass die Menschen sich trotz Wohnraumknappheit weiter verstärkt für die urbanen Lebensräume entscheiden? Höherer Immobilienpreis = höhere Lebensqualität, weil das Pendeln wegfällt?

Und was ist mit dem ländlichen Raum? Parallel zu dem Trend der steigenden Baulandpreise in den Speckgürteln größerer Städte gibt es Räume in Deutschland, in denen nicht mehr viel passiert. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung empfiehlt gar, ländliche Räume im Osten Deutschlands notfalls aufzugeben, statt zu investieren. Julia Klöckner hält es für befremdlich, Regionen im ländlichen Raum einfach aufzugeben.

Ist es auch. Zum ländlichen Raum zählen 90% der Flächen Deutschlands, 46,9 Millionen Menschen leben im ländlichen Raum. Die Politik hat sich schon seit Jahren auf die Fahne geschrieben, den ländlichen Raum zu stärken. Breitbandversorgung: in aller Munde, selbst die Kanzlerin setzt sich ein. Mehr hört man nicht.

Was ist mit nachhaltigen Entwicklungskonzepten für den ländlichen Raum? Mit einer angemessenen ärztlichen Versorgung, mit Anreizen für Unternehmen auf dem Land zu investieren oder zu expandieren? Bürgerschaftliches Engagement allein, so ehren- und bewundernswert es ist, wird nicht reichen. Damit Dorfkerne nicht veröden, leerstehende Immobilien nicht verfallen, sind Konzepte notwendig, die Leben auf dem Land tatsächlich attraktiv machen. Die Anreize schaffen für junge Menschen, auf dem Land zu leben, um dem demografischen Wandel ein wenig entgegenzuwirken. 

Insgesamt leben mehr als 50% aller Menschen in Deutschland im ländlichen Raum; Tendenz abnehmend aufgrund der Demografie. Aber immer noch genug Menschen, für die es sich lohnt, in Infrastruktur, Beschäftigung und Lebensqualität zu investieren.

Wenn es gelingt, den ländlichen Raum nachhaltig zu stärken, den Trend der Schrumpfung umzukehren, finden wir auch Entwickler und Investoren, die bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum schaffen. Denn Projektentwickler sind nicht gierige Profiteure des Immobilienbooms, sondern kennen und lieben ihr Geschäft, in dem sie sich mit städtebaulichen Konzepten, Revitalisierung und Quartiersentwicklung befassen.

Projektentwicklung ist in der Regel ein langwieriger Prozess. Fangen wir an.

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